ScusiBlog

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May 16, 2009 - 1 minute read - IT-Security Kommentar

pwning kinderhilfe - not so smart

Die Deutsche Kinderhilfe ist heut nacht defaced worden. Zur Stunde prankt auf der Seite die Todesanzeige des Artikel 5 GG die auch in deutschen Stätden plakatiert wurde.

Leute, das war keine so smarte Idee die Lobbyisten von der Kinderhilfe zu ownen. Erstens können sie sich nun als Opfer von bösem cybercrime hinstellen, zweitens können sie nun versuchen die gesamte Bewegung gegen die Sperren zu kriminalisieren, oder zumindest versuchen diese in die cybercrime ecke rücken. Insofern war das möglicherweise ein Bärendienst den der/die defacer uns hier erwiesen haben.

Jungs und Mädels, ich weiß auch das es da draußen viele Server gibt die man ownen kann. Gerade bei den Internetausdruckern scheint die IT-Security doch sehr eigenen Regeln zu folgen. Solche Seiten zu hacken ist zwar lustig und sorgt auch für mediale Aufmerksamkeit, ob diese allerdings positiv ausfällt ist stark zu bezweifeln. Also bitte, haltet die Füße still und lasst die 0-days schön im crypto-container, auch wenn es in den Fingern juckt.

May 15, 2009 - 1 minute read - IT-Security Kommentar

XSRF mit dem ePetition Server

Kurze Durchsage: Das IT Blog berichtet von einer XSRF Schwachstelle im ePetitions Server des deutschen Bundestages. Gut informierte Quellen sprechen nicht nur von einer Schwachstelle….

Es gibt auch nen proof-of-concept für die Schwachstelle. Wenn man sich auf dem ePetitions Server anmeldet, und dann diese Seite hier besucht, zeichnet man die Petition gegen das Gen-Diagnose Gesetz mit. Austragen muss man sich dann selber wieder (hier)

Na dann, scusiblog meint das riecht nach einem Month of ePetition-Server Bugs.

May 14, 2009 - 1 minute read - Censorship Demokratieabbau Kommentar

Chinesische Verhältnisse

Jahre lang haben die westlichen Länder, auch Deutschland China für seine Zensur - zu recht - kritisiert. Die Chinesen sind das anscheinend nun Leid und die westlichen Regierungen waren so freundlich den Chinesen einen Persilschein auszustellen. Jetzt warnt China den Westen das Thema überhaupt anzusprechen. Heise.de berichtet:

Ein Vertreter der chinesischen Regierung warnte gestern davor, staatliche Filtermaßnahmen im Internet zu einem der Diskussionsthemen beim nächsten Internet Governance Forum (IGF) im Herbst zu machen. […] “Im Kampf gegen den Terrorismus und andere kriminelle Akte haben alle Staaten das Recht, zur Wahrung der Sicherheit des Staates und der Interessen seiner Bürger Inhalte bestimmter Internetseiten zu filtern. Und ich denke, alle Länder sind im Begriff, eben das zu tun”, sagte der chinesische Diplomat. Ganz offenbar sieht man sich in China in bester Gesellschaft, etwa mit Regierungen in Europa.

Das haben die Laien von denen wir regiert werden ja toll hin bekommen.

Jetzt sind wir ganz offiziell auf einer Ebene mit China, Sudi-Arabien und dem Iran. Herzlichen Glückwunsch, Deutschland!

May 14, 2009 - 2 minute read - ContentMafia Erfahrungen Shit happens

Die süße Rache der Piratenbucht...

…erwischt in Schweden gerade die Verteidiger der Content-Mafia. Dort gibt es jetzt die Initiative www.internetavgift.se, die eine Webseite im Stil der schwedischen GEZ hat und dazu aufruft den Anwälten der Content-Mafia Geld zu Überweisen. Ja ihr habt richtig gelesen, schwedische Piraten überweisen freiwillig Geld an die Content-Industrie, besser an deren Anwälte. Sozusagen als Ausgleich für die entstandenen - angeblichen - Schäden durch thepiratebay.org.

Allerdings soll jeder nur eine schwedische Krone Überweisen. Das ist die kleinste Einheit Geld die man im schwedischen Bankensystem überhaupt Überweisen kann. Umgerechnet sind das etwa 10 Euro-Cent. Die soll man auf das Konto des Anwaltbüros Danbowsky & Partners auf das Konto 79-3121-5 überweisen.

Das schöne daran: Für jede Überweisung im Wert von 10 Euro-Cent berechnet die Bank dem Begünstigten 17 Euro-Cent Gebühren ab. Ausserdem muss jede einzelne Zahlung im Büro der Anwälte fein säuberlich registriert und verbucht werden. Muss ja schließlich alles seine ordnung haben, gell ;-). Dummerweise kann der Anwalt das nicht als Einnahme verbuchen, es gibt keine Rechnung und keine Leistung die bezahlt wird. Also muss der Anwalt alles wieder zurück an die ‘Spender’ überweisen, schwups wieder 17 Cent weg.

Falls der Anwalt das nicht von sich aus macht, solle man sein Geld einfordern, so die Kampagnen Webseite. Notfalls sollen die Teilnehmer den Gerichtsvollzieher einschalten, um ihre Rückforderung durch zusetzten.

Die Aktion will auch darauf aufmerksam machen, dass die schwedische Justiz anscheinend Versucht - ebenfalls per Gerichtsvollzieher - die Geldstrafe aus dem noch nicht rechtskräftigen Urteil bei den Beklagten Piraten einzufordern.

Na dann überweise ich erstmal 1 schwedische Krone an die Anwälte und wünsche diesen viel Spaß beim Erbsen zählen.

taz Artikel zum Thema - Wenn Web-Piraten Rache nehmen

May 14, 2009 - 1 minute read - Censorship Erfahrungen InfoPorn

Wer hat die schweizer Sperrliste geschrumpft?

Kurze Durchsage aus der Schweiz: Alexander - ein Leser aus der Schweiz - hat mich darauf hingewiesen, dass die Sperrliste der Schweiz seit der letzten Überprüfung (scusiblog berichtete) von 871 auf 532 Einträge geschrumpft ist. Da hat die Kobik wohl mal aussortiert.

Schon komisch wie die Schweiz ihre Filterlisten um fast die Hälfte reduzieren kann während in Deutschland noch 111% Zuwachs gesehen werden, oder?

Vielen Dank an Alexander für das update!

Update | Mi 3. Jun 12:01:38 CEST 2009 Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet gerade die momentane Schweizer Sperrliste hat exakt 713 Einträge. Es soll in kürze ein update geben. Die neue Liste soll um einiges kleiner sein, heißt es. Das würde sich mit Alexanders Beobachtungen decken.

May 14, 2009 - 6 minute read - Censorship ContentMafia Kommentar

Zensurbefürworter und die Content-Mafia holen zum Gegenschlag aus [Update]

Updates: 1, 2

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet gerade, dass die einschlägigen Marionetten des Familienministeriums, Zensurbefürworter und die Content Mafia gemeinsame Sache machen und zum Schlag gegen die Zensurkritiker ausholen wollen.

Anscheinend soll das mindestens mit einer Presseerklärung oder mit einer (Gegen-)Petition gemacht werden, das ist derzeit noch etwas unklar. Wie auch immer scusiblog informiert euch schon mal über die Akteure in diesem heuchlerischen Spiel.

ECPAT, Innocence in danger, der IVD und möglicherweise weitere Organisationen wollen wohl für die geplanten Internet-Sperren eintreten. Na dann, schauen wir uns diese Akteure und ihre Interessen mal an.

ECPAT

Der Verein ECPAT Deutschland e. V. beschreibt sich selber als “Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder gegen sexuelle Ausbeutung” und ist ein bundesweiter Zusammenschluss von 28 Institutionen und Gruppen (nach eigenen Angaben). ECPAT ist die einzige Organisation die ich kenne, welche sich den Schutz von Kindern auf die Fahne schreibt - was ja eigentlich eine tolle Sache ist - und gleichzeitig mit ihrer Sprache die Betroffenen Kinder diffamiert. Unter dem Stichwort Kinderpornografie und Internet heißt es gleich zu Beginn:

Pornografie mit Kindern ist in den letzten Jahren enorm gestiegen.

Ich halte fest. Wir haben es hier mit - selbst ernannten - Kinderschützern zu tun, die betroffenen Kindern, zumindest sprachlich unterstellen freiwillig mitgemacht zu haben. Ich habe das ja in meinem Posting Über den Begriff “Kinderpornografie” ausführlich erklärt, und spare mir das hier. Unglaublich. Was sind den das für Kinderschützer? Die scheinen mir mindestens mittelmäßig Merkbefreit zu sein.

Aber das war noch noch nicht alles. Auf der Seite werden auch die 13 Lügen der Zensursula fleißig verwurstet, ohne auch nur eine einzige Quelle zu nennen. Ich vermute mal es gibt auch keine dafür, das ist alles frei Erfunden damit man schön Geld bekommt. Wie heißt es dazu auf der Webseite?

Die Arbeit von ECPAT Deutschland e.V. wird gefördert vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor e.V., vom Evangelischen Entwicklungsdienst durch den ABP, durch die Europäische Kommission, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), […]

Aha, die finanzieren sich also aus den Mitteln der Kirchen, der EU und - wer hätte es gedacht dem Ministerium für Zensur und Familien Internet von uns Uschi. Das dürfte schon ausreichend erklären wessen Wort da geredet wird.

Die finanzielle Abhängigkeit von den Kirchen erklärt dann vielleicht auch warum man unter der gleichen Überschrift (Kinderpornografie und Internet) dann auch mal munter normale, also völlig legale Pornografie mit dem dokumentierten Missbrauch von Kindern gleichsetzt.

Zum Beispiel im folgenden Absatz:

Doch nicht nur Kinder, die für kinderpornografische Darstellungen missbraucht werden, leiden oft ihr Leben lang. Auch Kinder, die mit diesem Material in Kontakt kommen, sind in ihrer Entwicklung bedroht. Nach einer Studie der Europäischen Kommission sind ein Viertel aller Kinder zwischen acht und siebzehn Jahren, die das Internet nutzen, dort schon auf pornografisches Material gestoßen.

Da wird erst von der - zweifellos gegebenen - Traumatisierung und Beeinträchtigung der Kinder durch den Missbrauch für kinderpornografische Darstellungen geredet. Um das dann mit ganz normaler - legaler - Pornografie gleich zu setzten. Sehr differenziert diese ECPAT Leute.

Es geht gleich im nächsten Absatz weiter. Dort wird beschrieben wie Pädos Chaträume nutzen um sich an Kinder und Jugendliche ran zu machen, keine Frage das gibt es und wird - leider - immer wieder Beobachtet. Da hilft nur Medienkompetenz, vor allem bei den Kindern aber auch bei den Erwachsenen (Eltern). Im nachfolgenden Absatz heißt es dann:

Davon betroffen sind auch die Menschen im Süden. Eine im Sommer 2002 in Thailand durchgeführte Studie ergab, dass 71 Prozent der 12- bis 25 jährigen, die das Internet nutzen, pornografische Websites besuchten.

Mit dem Davon betroffen wir eine Verbindung zum vorherigen Absatz (Wie Pädophile Chaträume zur Anbahnung nutzen) suggeriert, ob wohl es um was ganz anderes geht. Es geht um junge Menschen (12-25 Jahre) die das Internet u.a. nutzen um sich Pornos anzusehen. Ich meine Minderjährige sollten - und dürfen - sich keine Pornos ansehen, auch nicht im Internet aber allein die Altersgruppe ist ja schon irre führend. Die in der angegebenen Altersgruppe enthaltene Gruppe der 18-25 Jährigen darf sich natürlich - ganz normale - Pornografie im Internet ansehen, so viel sie wollen. Da allerdings völlig unklar ist wie groß der Anteil der 12-18 jährigen an den erwähnten 71% ist sagen diese Zahlen überhaupt nichts aus, und sind obendrein auch noch völlig fehl am Platze mit diesem Bezug auf den vorhergehenden Absatz.

ECPAT scheint vor allem eines zu sein, äußerst unseriös. Sprache ist halt doch verräterisch.

So, kommen wir zu den nächsten im Bunde: Innocence in danger Innocence in danger, das ist die Frau vom Guttenzwerg und noch ein paar Adlige oder solche die es gerne wären. Wie die gegen das Problem arbeiten kann man sich hier ansehen. Zahlen die dieser Verein kolportiert sind absolut unglaubwürdig und von wirtschaftlichen Interessen geprägt. Die kommen von einem Hersteller für Internet-Filter-Software, der hier natürlich ein großes Geschäft wittert und von 23 Milliarden Euro Umsatz der Kinderporno-Branche spricht. Natürlich kommen die Blaublüter dabei ganz ohne Quellenangaben aus, so was braucht der Adel nicht, glauben die wohl. Zu Innocence in danger empfehle ich:

Incompetence not in danger auf blog.odem.org sowie * Phoenix und die Kinderporno-Expertin bei Stefan Niggemeier, sehr erhellend. Danke an Alvar und Stefan für diese beiden Artikel.

IVD - Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland e.V. Last but not least, der IVD. Waren die das nicht mit den Sperren für YouPorn? Wie auch immer der IVD ist eine Ausgeburt der Content Mafia, Zitat von ihrer Homepage:

Die vom IVD unterstützte Forderung: „Die Durchsetzung des Jugendschutzes liegt in der Hand der Internet-Service-Provider. Diese müssen endlich vom Gesetzgeber gezwungen werden, die massive Nutzung des Internets zur Übermittlung von illegalen Inhalten einzuschränken.“

Danke, sehr erhellend. Der IVD versucht also unter dem Deckmantel und im Windschatten des Kinder- und Jugendschutzes sein eigenen Interessen zu verfolgen und versucht über dieses Mittel das eigenen (völlig kaputte) Geschäftsmodell aus dem letzten Jahrtausend durch den Staat retten zu lassen. Da haben sich die selbst ernannten Kinderschützer ja einen schönen Kompagnon ins Boot geholt. Fehlt eigentlich nur noch der Verband der deutschen Musikindustrie, aber die Starten ja gerade einen Versuch 3-strikes bei uns einzuführen.

Spätestens jetzt muss auch dem letzten klar sein das der dokumentierte Missbrauch von Kindern nur ein dummy ist. Darum geht es den Beteiligten wirklich nicht, noch nicht mal den selbst ernannten Kinderschützern, die erstmal ihren Sprachgebrauch überdenken sollten. Es geht um Geld, Macht, Einfluss, die Kontrolle des Internets, um die Kontrolle von Inhalten, also letztendlich um Zensur im Netz.

Ich glaube nicht das die Kinderschützer den Kindern etwas gutes tun wenn sie ihnen das großartigste und demokratischste Kommunikationsmedium was die Menschheit je gesehen hat kaputt machen, weil sie nichts kapiert haben und immer noch in der analogen Welt des 19 Jahrhunderts leben.

** Update | Do 14. Mai 18:47:45 CEST 2009** Das Hadelsblatt hat dazu inzwischen auch einen Artikel, “PR-Schlacht um Kinderporno-Sperren".

** Update | Fr 15. Mai 12:17:41 CEST 2009** Noch ein paar Links zum Thema: