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Feb 2, 2010 - 3 minute read - In eigener Sache just do it this blog Überwachung

Stimmen Sie gegen die Weitergabe der SWIFT Daten!

Ich habe gerade die folgende Email an alle deutschen EU-Parlamentarier - die ich finden konnte - geschickt. Damit will ich den Abgeordneten nochmal klar machen was ich und viele andere von ihnen erwarte.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie, in ihrer Tätigkeit als - mein - Vertreter im
europäischen Parlament.

Ich möchte Sie bitten gegen die Weitergabe der SWIFT Daten zu votieren.
Verhindern Sie den unkontrollierbaren Abfluss der Finanzdaten ihrer Wähler!

Die Weitergabe der SWIFT Daten - so wie momentan geplant - verletzen
gleich mehrere Grundrechte aller deutschen bzw. europäischen Bürger.
Die Weitergabe dieser Daten stellt einen völlig unverhältnismäßigen
tiefen Eingriff in die Privatsphäre von ca. 450.000.000 EU-Bürgern dar.

Grundsätzlich gehen meine Bankdaten überhaupt gar keinen ausländischen
Nachrichtendienst etwas an. Wollen Sie in Kauf nehmen dass ausländische
 Dienste mit Finanzdaten von EU-Bürger versuchen diese zu erpressen?

Die innerdeutschen und innereuropäischen Zahlungsströme - welche ja auch
z.T. über SWIFT abgewickelt werden, gehen ausländische Geheimdienste
erst rechts nichts an. Auch wenn die Amerikaner 'versprechen' die Daten
nicht zusammen zu führen und zu anderen Zwecken zu nutzen muss ihnen
klar sein das dieses 'Versprechen' nicht das Papier wert ist auf dem es
steht. Erstens kann das eh nicht effizient kontrolliert werden und
zweitens haben die amerikanischen Dienste in der Vergangenheit oft genug
bewiesen wie ernst derlei Verbote genommen werden, z.B. im Fall Enercon [1].

Ich weise sie ebenso daraufhin dass es noch einen weiteren Aspekt gibt
der in der öffentlichen Diskussion bisher keine weitere Erwähnung fand.
Soweit ich weiß sind auch die europäischen Zentralbanken über das SWIFT
Netzwerk verbunden und tätigen so ihre Zahlungen untereinander. Mit
einem Zugang zu den SWIFT Daten würden u.U. auch diese Daten mit an die
amerikanischen Dienste übertragen werden.

Das Mißbrauchspotential dieser Datensammlung steht in keinem Verhältnis
zum angeblichen - unbewiesenen - Nutzen. Wer solche unkontrollierbaren
Datensammlungen zulässt leistet aktiven Datenverbrechen an den eigenen
Bürgern vorsätzlich Vorschub. Ich bin überzeugt dass ihre Wähler für
derlei Verhalten keinerlei Verständnis haben würden.

Des weiteren wird hier versucht den Einfluss des europäischen Parlaments
massiv zu untergraben. Alleine aus diesem Grunde sollte sich das
Parlament quer stellen, um klar zu machen das solche
Alibi-Demokratie-Simulationen mit den gewählten Parlamentariern des
Europaparlaments nicht zu machen sind. Alles andere wird die Stellung 
des EU-Parlaments nicht gerade stärken. Stärken Sie die Demokratie, 
stärken Sie den Datenschutz, stimmen Sie gegen das SWIFT Abkommen 
mit den USA.

Mit freundlichen Grüßen
Florian Walther


Referenzen:
[1] <a href="http://tinyurl.com/ojcfd">Verrat unter Freunden</a>, der Fall Enercon 

Wäre toll wenn das hier ein paar Nachahmer finden würde. Schickt euren Abgeordneten Mails, Faxe oder ruft einfach an. Hier finden sich alle Abgeordnete aus dem LIBE Ausschuß.

Update: Vor allem die Abgeordneten aus den anderen EU Ländern sind wohl noch unentschlossen. Also vor allem die anschreiben.

Jan 31, 2010 - 1 minute read - In eigener Sache this blog

scusiblog.org goes IPv6

Ab sofort ist scusiblog.org auch über IPv6 erreichbar. Die scusiblog.org IPv6 Adresse ist: 2001:4d88:1fff:4::1c, aber keine Sorge das braucht sich niemand zu merken. Der für scusiblog.org zuständige DNS Server macht das schon.

[scusi@home ~]$ dig @dns.snurn.de scusiblog.org AAAA
;; ANSWER SECTION:
scusiblog.org.		259200	IN	AAAA	2001:4d88:1fff:4::1c

Und mit netcat zum Webserver klappt auch über IPv6:

[scusi@home ~]$ nc -6 -vvn 2001:4d88:1fff:4::1c 80
Connection to 2001:4d88:1fff:4::1c 80 port [tcp/*] succeeded!
HEAD / HTTP/1.0

HTTP/1.1 200 OK
Date: Sun, 31 Jan 2010 00:46:44 GMT
Server: Apache
Last-Modified: Sat, 30 Jan 2010 23:48:14 GMT
ETag: "185feb6-ee-47e6a62ad4b80"
Accept-Ranges: bytes
Content-Length: 238
Connection: close
Content-Type: text/html

Natürlich klappt das ebenso auf Port 443 (HTTPS). Wer will kann scusiblog.org nun mit HTTPS über IPv6 ansprechen. Da der zuständige DNS nicht nur AAAA Records ausliefert, sondern selber auch über IPv6 erreichbar ist, braucht man zum scusiblog lesen ab sofort gar kein IPv4 mehr. Ist jetzt alles native IPv6.

Noch Wünsche offen?

Jan 28, 2010 - 1 minute read - Censorship technologie Überwachung

Ixquick - Anonymer Proxy zur Suchmaschine

Die Suchmaschine ixquick fällt ja schon länger positiv auf durch ihre vorbildliche Datenschutzpolitik. Jetzt legt ixquick noch mal nach und bietet ab sofort einen anonymen Proxy zur Recherche an.

So wie man bei den Google Ergebnissen einen Verweis auf den Cache angezeigt bekommt, hat ixquick nun einen Proxy Link unter jedem Suchergebnis. Klickt man darauf wird die Seite über einen anonymen proxy von ixquick geladen. Der Seitenbetreiber sieht nun nur noch das der ixquick proxy auf seine Seite zugegriffen hat aber nicht wer oder von wo genau.

Die Hilfeseite erklärt wie es funktioniert. Und es gibt auch ein Video was den Umgang mit dem Proxy zeigt.

Scusiblog meint: Ein sehr nützliches Recherche Tool was auch noch die Privatsphäre schützt. Toll weiter so ixquick.

Jan 28, 2010 - 1 minute read - Censorship digital self-defense

Twitter vs. Censorship

Twitter VogelDie Zensur in China, dem Iran und anderen Ländern gefährdet zunehmend das Twitter Geschäftsmodell deshalb arbeitet man nun bei Twitter an technischen Lösungen zur Umgehung der Internetzensur in den betreffenden Ländern. Einzelheiten wollte man jedoch noch nicht nennen.

Betont wirde nur das die Entwicklung nicht bei Twitter direkt stattfinde sondern in einer anderen Firma. Twitter hacken würde also nichts nutzen. Das war dann wohl ein Seitenhieb auf die staatlichen chinesischen Cracker.

Bericht bei gulli.com: Twitter: Neues Tool soll Zensurmaßnahmen aushebeln

Na dann sind wir mal gespannt was dabei so raus kommt.

Jan 25, 2010 - 1 minute read - Censorship Kommentar Zum drüber Nachdenken

Neuer Versuch: Zensur über Jugendschutz einführen

Der aktuelle Entwurf des Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV-E) versucht nun chinesische Verhältnisse - in Sachen Zensur und Einschränkung der Meinungsfreiheit - durch die Hintertür einzuführen.

So soll z.B. die Unterscheidung zwischen Content-, Host- und Access-Anbieter vollkommen entfallen. Damit werde ich für die Daten die jemand über meinen TorServer verschickt und/oder empfängt verantwortlich gemacht. Genauso wie mein Provider für das verantwortlich gemacht werden soll was ich in das Internet sende und/oder von dort empfange.

Genau so soll auch jeder Anbieter also vom kleinen Blogger bis zu Google dazu verdonnert werden eine FilterInfrastruktur zu unterhalten um ‘Kinder- und Jugendgefährdeten Inhalte’ ausblenden zu können.

Na klar und dann werden unsere Kinder keine Pornos mehr schauen und keine Gewalt mehr zu Gesicht bekommen? Vermutlich nicht, aber chinesische Verhältnisse haben wir dann sicher. Dieser Entwurf ist das Ende des freien Internets. Es ist die Blaupause für China wie man Zensur und die Einschränkung der Meinungsfreiheit ‘demokratisch’ macht.

Links: Stellungnahme des AK-Zensur zum Thema 1&1 im Blog zum neuen Entwurf Heise Beitrag zum Thema

Meine Fresse sind die alle bekloppt.