Über den Begriff “Kinderpornografie”
April 3rd, 2009 | Published in Man lernt nie aus!, Zum drüber Nachdenken | 10 Comments
Im lawblog ist unter den Kommentaren zum Artikel Die Legende von der Kinderpornoindustrie ein Kommentar von tina zu finden. Indem sie ausführt warum Kinderpornografie nicht so heißen sollte. Ich zitiere hier das Kommentar von tina mal in voller Länge, weil ich finde dass sie absolut recht hat.
Ich finde, schon der Begriff selbst ist ein Problem, weil er falsche Konnotationen hervorruft.
Pornografie (also die legale Variante mit Erwachsenen, die freiwillig und auf Bezahlungsbasis agieren) ist fiktiv. Es ist ein narratives Filmgenre, das ganz vielen Faktoren der Filmproduktion unterworfen ist und das man als Filmwissenschaftler analysieren kann. Die koerperlichen Realitaeten im Pornofilm sind ungefaehr so “echt” wie der Filmkuss zwischen Scarlett O’Hara und Rhett Butler, und die Konsumenten wissen, dass sie einem inszenierten Sexualakt zusehen. Der Pornoindustrie wird seit Jahrzehnten ein Millionen/Milliardengewinn untergeschoben, ohne jemals Zahlen zu nennen. Es gibt schon hierfuer keine Quellen, und das sind alles legale Unternehmen.
Dokumentierter Kindesmissbrauch (ich weigere mich, das ‘Pornografie’ zu nennen) ist dem diametral entgegengesetzt. Es ist authentisch und echt, wie Herr Vetter das schon beschrieb. Es ist ein Beiprodukt eines realen Verbrechens und die Konsumenten dieser Filme sind sich dessen bewusst. Die Filme sind nicht narrativ, sie spielen nicht in einer erfundenen Welt. Dokumentierter Kindesmissbrauch ist also kein Film. Und somit auch keine Pornografie. Es ist die Dokumentation eines Verbrechens zum Zwecke der Erregung. Nicht alles was erregt, ist Pornografie. Dazu bedarf es der oben genannten Komponenten.
Ich persoenlich finde, dass der Begriff ‘Pornografie’ in Verbindung mit Kindesmissbrauch unglaublich zynisch ist, weil es eine freiwillige Beteiligung der Darsteller impliziert. Das ist sehr grausam gegenueber den Opfern von Kindesmissbrauch. Deswegen finde ich den Begriff ‘Kinderpornografie’ nicht nur unzutreffend, sondern auch abwertend den Opfern gegenueber.
Dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Ich werde in Zukunft meine Begrifflichkeit in dieser Sache präzisieren und fortan Kinderpornografie entsprechend dokumentierten Kindesmissbrauch nennen. Damit hier keine falschen Assoziationen aufkommen.
:s/Kinderpornografie/dokumentierter Kindesmissbrauch/ig


April 5th, 2009 at 18:50 (#)
[...] Es kann sich doch hierbei nur um die Verbreitung “dokumentierten Kindes-Missbrauchs”handeln. http://scusiblog.org/?p=1091 [...]
April 25th, 2009 at 9:29 (#)
[...] verbotenerweise ansehen wollte. Da aber *immer* der Anfangsverdacht, es könne sich dabei um dokumentierten Kindesmissbrauch gehandelt haben, besteht, werden wohl Hausdurchsuchungen und Rechnerbeschlagnahmen die Regel [...]
Mai 2nd, 2009 at 14:26 (#)
[...] Hintergründe plus einen Blick in die Zukunft was folgen kann. Ein schwieriges Thema, da das Totschlagargument Kinderporno (dokumentierten Kindesmissbrauch) vorn auf die Verpackung geklebt wurde. Wer mehr [...]
Mai 6th, 2009 at 14:36 (#)
Unterschreibt diese Petition!…
Bitte bitte untersützt folgende Online-Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten.
Text der Petition
Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts v……
Mai 8th, 2009 at 9:49 (#)
[...] [1] Über die Begrifflichkeit sollte man auch mal nachdenken. [...]
Mai 9th, 2009 at 12:28 (#)
[...] auf einen Artikel im Tagesspiegel durchgelesen habe, bin ich gleichzeitig auch auf ein Link zum Scusiblog gestoßen, der sich mit einer berechtigten Kritik am Wort „Kinderpornografie“ [...]
Juni 1st, 2009 at 5:05 (#)
[...] dem Begriff “Kinderpornografie” gibt es nebenbei auch noch eine Interessante, leider nicht so öffentliche Diskussion. Falls wer noch mehr zu der Diskussion über die Wortwahl zu dem Thema des “dokumentierten [...]
Juli 12th, 2009 at 13:31 (#)
[...] gab auf mdr sputnik ein Interview. Es ging um Frau von der Leyen und ihrem Feldzug “dokumentierten Kindesmissbrauch im Internet für Leyen unsichtbar zu machen (anstatt zu bekämpfen) und (einen Weg für [...]
August 24th, 2009 at 14:42 (#)
[...] Vergewaltigung Minderjähriger” (oder “Kinderpornografie” wie es fälschlicherweise aber medienwirksamer genannt wird) genutzt, um eine Zensurinfrastruktur einzurichten. Die vorgebrachten Argumente dafür entbehren [...]
März 3rd, 2010 at 20:10 (#)
[...] Blick in die Zukunft was folgen kann. Ein schwieriges Thema, da das Totschlagargument Kinderporno (dokumentierten Kindesmissbrauch) vorn auf die Verpackung geklebt wurde. Wer mehr Informationen zum Thema sucht findet einen Anfang [...]