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Apr 1, 2009 - 3 minute read - Censorship Erfahrungen Man lernt nie aus!

Webzensur in den Niederlanden

Karin Spaink eine niederländische Aktivistin Kolumnisten und Autorin hat sich mal mit den den niederländischen Web-Filtern beschäftigt. In ihrem Beitrag (in Englisch) beschreibt sie ihre Erfahrungen. scusiblog meint: absolut lesenswert (wenn man fit in Englisch ist).

In den Niederlanden hat sich nur ein ISP überhaupt auf die geforderten Sperren eingelassen: UPC. Karin schreibt dazu:

All other providers have refused, arguing that the list has not been reviewed and that the criteria whereby a site gets blacklisted are unclear and not open to any kind of public scrutiny.

Also nicht wie in Deutschland, bei uns wollen jetzt eigentlich alle mitmachen. Das die ganze Sache einfach so passieren soll und ein Polizeibeamter entscheidet was da drauf kommt ist den Providern in Deutschland anscheinend völlig egal. Die die noch nicht offiziell dabei sind (United Internet, Freenet und Versatel), sollen wohl gerade über die MainstreamMedien weichgekocht werden. Wahrscheinlich weil sie noch nicht so gefügig sind, wie sich das unsere Junta vorstellt.

Karin hat auch mal nach Finnland geschaut und sich die Liste von Matti Nikki angesehen. Und, Überraschung; Das da 138 niederländische Angebote drauf standen hat sie dann erstmal Verwundert.

His list contains 138 Dutch web sites. Uhm, Dutch sites? But isn’t the Netherlands part of Europe? Can’t - no, shouldn’t - Finland do more than just block them? Why don’t they report these sites to the proper Dutch authorities, so that they can take the appropriate measures, close them down and bring their owners and maintainers to court? Or does Finland perhaps maintain a much stricter definition of what establishes child pornography?

Genau solche Fragen hab ich mir auch gestellt als ich mir so eine Zensurliste zum ersten mal angesehen habe. Aber es geht weiter bei Karin.

Sie hat sich dann mal ein Wochenende hingesetzt und sich 40 Seiten angesehen. Sie musste auch erfahren, dass obwohl man offiziell dagegen vorgeht, ja sogar Sperren will, ganz offensichtlich solche Daten auch in den Niederlanden vorgehalten werden.

Dann hat sie sich an einen UPC Anschluss gesetzt und dort probiert welche Seiten sie aufrufen kann und welche nicht. Viele konnte sie aufrufen, manche nicht. Obwohl sie andere Seiten welche den geblockten Seiten ganz ähnlich waren durchaus aufrufen konnte. Sie kommt zu dem Fazit:

This child porn filter is a weird and unfathomable hodgepodge.

Obwohl Kritiker schon immer gesagt haben das Webzensur der falsche Ansatz ist. Man muss die Täter verfolgen, nicht das Internet. Man verfolgt ja auch Autodiebe statt auf allen Autobahnen Barrikaden zu errichten um den Autodiebstählen Herr zu werden. Genau so sinnlos und merkbefreit wie das Beispiel mit den Autodieben sind aber die geplanten Internet-Sperren. Zurück zu Karin, sie muss feststellen das es noch bizarrer geht.

The actual reality turns out to be even worse. The Dutch child porn filter contains Dutch child porn sites. To state it bluntly: the Dutch KLPD and the department of Justice are clamouring for a law that will oblige ISPs to make their own insufficiency invisible to the general audience.

According to the KLPD, Leaseweb and Webazilla host child pornography. In that case, they had better do something about it and serve Leaseweb and Webazilla with orders to shut down these sites. Surely, the KLPD and the Department of Justice shouldn’t expect ISPs to do their cleaning for them.

Noch Fragen?

Mich bestätigt das noch mehr in der Annahme dass es bei den geplanten Zensurinfrastruktur wirklich nicht um KiPo geht. Warum um alles in der Welt nehmen sie dann nicht die Server runter und fangen an die Täter zu verfolgen? Statt Geld und Aufwand in diese sinnlosen Internet Sperren zu verpulvern.